Die Spielregeln der Lead-Generierung haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Während früher eine einfache Checkliste oder ein PDF mit „10 Tipps“ ausgereicht haben, um E-Mail-Adressen einzusammeln, stehen Solopreneure heute vor einer völlig neuen Situation. Künstliche Intelligenz liefert Informationen innerhalb weniger Sekunden, die organische Reichweite sinkt kontinuierlich und gleichzeitig konkurrieren wir mit einer nie dagewesenen Menge an Inhalten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr: „Brauche ich ein Freebie?“ Die viel spannendere Frage ist: Welche Freebies funktionieren in Zeiten von KI überhaupt noch?
Genau darum geht es im dritten Teil meiner Sommerreihe. Nachdem wir uns bereits angeschaut haben, welche digitalen Produkte sich heute noch verkaufen und wie sich Reichweite verändert hat, gehen wir nun den nächsten Schritt der Customer Journey: Wie werden aus Reichweite eigentlich Leads?
Dieser Beitrag ist einer aus meiner Sommerreihe – welche Dinge auf dem Solopreneurmarkt noch funktionieren.
Hier findest Du Teil 1: Welche Produkte noch funktionieren
Hier findest Du Teil 2: Welche Strategien für Reichweite noch funktionieren
Inhaltsverzeichnis
Warum Lead-Generierung wichtiger wird als Reichweite
In der vergangenen Folge haben wir ausführlich über Reichweite gesprochen. Dabei ist deutlich geworden, dass sich die organische Sichtbarkeit auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder LinkedIn in den letzten Jahren deutlich verändert hat. Früher ging man davon aus, dass Beiträge ungefähr fünf bis fünfzehn Prozent der eigenen Community organisch erreichen. Heute liegen diese Werte vielerorts noch darunter. Gleichzeitig konkurrieren Solopreneure nicht mehr nur mit anderen Experten, sondern auch mit KI-generierten Inhalten, die täglich in großer Menge veröffentlicht werden.
Genau deshalb werden eigene Kontakte immer wertvoller. Reichweite gehört den Plattformen. Leads gehören Dir.
Eine eigene E-Mail-Liste ist deshalb heute wichtiger denn je. Sie gibt Dir die Möglichkeit, unabhängig von Algorithmen mit Deiner Zielgruppe in Kontakt zu bleiben und Deine Inhalte genau den Menschen zu zeigen, die sich bewusst für Dich entschieden haben. Ein gutes Freebie ist dabei allerdings nur der Einstieg. Entscheidend ist die gesamte Strategie dahinter.
Warum klassische PDF-Freebies heute kaum noch funktionieren
Vor zehn Jahren war die Welt noch vergleichsweise einfach. Kostenlose Checklisten, PDF-Ratgeber oder Listen mit den „10 wichtigsten Tipps“ gehörten zu den erfolgreichsten Methoden der Lead-Generierung. Menschen waren bereit, ihre E-Mail-Adresse gegen Informationen einzutauschen, weil diese Informationen schwer verfügbar waren.
Heute sieht die Situation völlig anders aus. Fast jede klassische Checkliste kann innerhalb weniger Sekunden von einer KI erstellt werden. Genau deshalb geben Menschen ihre E-Mail-Adresse nicht mehr allein für Informationen her. Und wenn wir ehrlich sind, kennen wir dieses Verhalten vermutlich alle selbst. Irgendwo auf unserem Computer schlummern Ordner voller PDFs, die wir irgendwann einmal heruntergeladen, aber nie wieder geöffnet haben.
Das Problem ist dabei nicht das PDF selbst. Das eigentliche Problem ist, dass Informationen heute kein Engpass mehr sind. Orientierung dagegen schon.
Menschen suchen heute keine Informationen mehr. Sie suchen Klarheit.
Diese Veränderung ist aus meiner Sicht einer der größten Umbrüche im Online-Marketing. Menschen tragen sich heute nicht mehr ein, weil sie zehn weitere Tipps lesen möchten. Sie möchten schneller ans Ziel kommen, Zeit sparen oder eine konkrete Entscheidung treffen. Genau deshalb sollten moderne Freebies vor allem eines leisten: Sie müssen Orientierung geben. Je schneller Dein zukünftiger Kunde versteht, wo er steht und welcher nächste Schritt sinnvoll ist, desto höher ist der wahrgenommene Wert Deines Freebies.
Freebie Nummer 1: Quizze funktionieren nach wie vor hervorragend
Ein Format, das auch heute noch sehr gut funktioniert, ist das Quiz. Allerdings nicht mehr in der Form, wie viele es vor einigen Jahren aufgebaut haben.
Auch ich habe diese Entwicklung selbst erlebt. Bereits 2020 habe ich meinen Entrepreneur-Test veröffentlicht. Damals war das ein aufwendiger Persönlichkeitstest mit vielen Fragen und teilweise komplexen Antwortmöglichkeiten. Für die damalige Zeit war das genau richtig, weil diese Art von Freebie noch neu war und einen hohen Erlebniswert hatte.
Heute würde ich den Test vollkommen anders entwickeln. Ein modernes Quiz sollte kurz sein. Fünf bis maximal acht Fragen reichen vollkommen aus. Die Bearbeitung sollte nicht länger als zwei Minuten dauern und die Antworten sollten möglichst einfach gehalten sein. Statt langer Auswahlmöglichkeiten funktionieren klare Aussagen wie „Das trifft auf mich zu“ oder „Das trifft eher nicht zu“ deutlich besser. Der große Vorteil eines Quiz besteht darin, dass der Teilnehmer eine individuelle Auswertung erhält. Dadurch entsteht sofort Relevanz. Gleichzeitig kannst Du Deine weitere Kommunikation viel besser personalisieren und jedem Teilnehmer genau die Inhalte schicken, die zu seinem Ergebnis passen.
Entscheidungshilfen nehmen Arbeit ab
Ein weiteres Format, das sich hervorragend eignet, sind Entscheidungshilfen. Menschen lieben Orientierung.
Sie möchten wissen:
- Welches Newsletter-Tool passt zu mir?
- Welche Webinar-Plattform sollte ich wählen?
- Welcher Online-Kurs entspricht meinem aktuellen Wissensstand?
- Welche Kamera brauche ich wirklich?
Solche Entscheidungshilfen nehmen Deinem Kunden einen Teil der Denkarbeit ab, und genau das macht ihren Wert aus. Ich selbst habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Vor einigen Jahren entwickelte ich meine Webinar-Plattform-Challenge. Ausgangspunkt war eine Frage, die mir ständig gestellt wurde:
„Welche Webinar-Plattform ist eigentlich die beste?“ Meine Antwort lautete fast immer: „Es kommt darauf an.“ Denn die richtige Plattform hängt von vielen Faktoren ab. Wie viele Teilnehmer möchtest Du erreichen? Welche Funktionen brauchst Du? Welches Budget hast Du? Statt diese Frage immer wieder einzeln zu beantworten, entwickelte ich einen umfangreichen Vergleich der damals wichtigsten Webinar-Plattformen. Ich zeigte die Systeme im Video, verglich Funktionen, Preise und Einsatzmöglichkeiten und half meinen Teilnehmern dabei, die passende Entscheidung zu treffen.
Die Resonanz war überwältigend. Bereits am ersten Tag wurde die Challenge dutzendfach empfohlen, weil sie genau das tat, was gute Freebies leisten sollten: Sie gab Orientierung.
Eigene GPTs werden zu einer neuen Generation von Freebies
Ein Bereich, der in den kommenden Jahren sicherlich noch deutlich wachsen wird, sind eigene GPTs beziehungsweise kleine KI-Assistenten. Dabei geht es nicht einfach darum, eine Prompt-Sammlung als PDF zu verschenken. Viel spannender ist es, den Interessenten direkt ein Werkzeug an die Hand zu geben, das ihm Arbeit abnimmt. Stell Dir beispielsweise vor, Dein zukünftiger Kunde beschreibt in drei Sätzen sein Webinar und erhält sofort drei konkrete Titelvorschläge. Oder er lädt seine Landingpage hoch und bekommt eine erste Einschätzung, wo Verbesserungspotenzial besteht.
Solche kleinen KI-Helfer sparen Zeit. Und genau dafür sind Menschen heute bereit, ihre E-Mail-Adresse einzutauschen. Auch klassische Prompt-Sammlungen können nach wie vor funktionieren. Allerdings nicht als lose Sammlung von Befehlen, sondern dann, wenn sie ein konkretes Problem lösen und dem Nutzer zeigen, wie er schneller zu einem Ergebnis kommt.
Templates sparen Zeit und schaffen sofort einen Nutzen
Ein weiterer Freebie-Typ, der aus meiner Sicht hervorragend funktioniert, sind Templates. Warum? Weil Templates keine Informationen liefern, sondern Arbeit abnehmen. Der Unterschied ist enorm. Während ein PDF häufig erst gelesen werden muss, kann ein Template sofort eingesetzt werden. Das können beispielsweise Canva-Vorlagen sein, fertige E-Mail-Sequenzen, Landingpage-Strukturen, Webinar-Architekturen oder Checklisten, die direkt ausgefüllt werden können. Der Nutzer muss nicht mehr überlegen, wie er beginnt. Er kann sofort loslegen. Und genau darin liegt der eigentliche Wert moderner Freebies.
Mini-Workshops und Webinare schaffen Vertrauen
Wenn Du mich fragst, welches Freebie ich heute am liebsten nutze, dann lautet die Antwort nach wie vor: Webinare. Allerdings nicht irgendein Webinar. Ein gutes Webinar vermittelt hochwertiges Wissen. Es beantwortet Fragen, schafft Vertrauen und hilft den Teilnehmern dabei, ihr eigenes Problem besser zu verstehen. Genau deshalb nutze ich beispielsweise jedes Jahr meine Marketing-Jahresprognosen als Lead-Magnet. Darin zeige ich, welche Entwicklungen ich für das kommende Jahr im Online-Marketing erwarte, welche Trends ich beobachte und welche Veränderungen Solopreneure im Blick behalten sollten.
Die besten Freebies entstehen aus echten Kundenfragen
Wenn ich auf meine erfolgreichsten Lead-Magneten zurückblicke, fällt mir ein Muster auf. Keines dieser Freebies ist entstanden, weil ich morgens aufgewacht bin und dachte: „Ich brauche jetzt dringend ein neues Freebie.“ Sie entstanden aus Fragen. Anstatt diese Frage hundertmal einzeln zu beantworten, entwickelte ich daraus ein hochwertiges Freebie. Das möchte ich Dir unbedingt mitgeben.
Wenn Du gerade überlegst, welches Freebie Du entwickeln könntest, dann stelle Dir nicht zuerst die Frage:
„Was könnte ich verschenken?“
Frage Dich lieber:
„Welche Frage beantworte ich ständig?“
Sehr häufig steckt genau dort Dein nächster erfolgreicher Lead-Magnet.
Ein Freebie ist nicht das Ziel. Es ist der Anfang.
An dieser Stelle beobachte ich bei vielen Solopreneuren einen entscheidenden Denkfehler. Sie entwickeln zuerst ein Freebie. Und überlegen erst danach, welches Produkt sie dahinter verkaufen könnten. Ich halte genau diese Reihenfolge für falsch. Ein Freebie sollte niemals isoliert entstehen. Es sollte immer Teil einer Customer Journey sein. Denn letztlich geht es nicht darum, möglichst viele E-Mail-Adressen einzusammeln. Es geht darum, Menschen Schritt für Schritt in Deine Welt einzuladen.
Ein gutes Freebie beantwortet deshalb nicht alle Fragen.
- Es beantwortet genau die erste wichtige Frage.
- Es weckt Interesse.
- Es schafft Vertrauen.
- Es macht den nächsten Schritt logisch.
Und genau dadurch entsteht eine Kundenreise, die sich für beide Seiten natürlich anfühlt.
Lead-Generierung endet nicht mit der Eintragung
Viele glauben, der schwierigste Teil sei geschafft, sobald sich jemand in den Newsletter eingetragen hat. Aus meiner Sicht beginnt dort die eigentliche Arbeit. Denn jetzt entscheidet sich, ob aus einem Kontakt irgendwann ein Kunde wird. Deshalb gehört zu einer modernen Lead-Generierung immer auch ein durchdachtes Gesamtsystem. Dazu zählen beispielsweise eine automatische E-Mail-Serie, passende Newsletter, hochwertiger Content und eine klare Struktur, wann welcher Inhalt vermittelt wird. Der neue Kontakt sollte sich nicht selbst überlegen müssen, welchen nächsten Schritt er geht. Er sollte sinnvoll geführt werden. Genau deshalb spreche ich so häufig von einer Customer Journey.
Ein Freebie öffnet lediglich die Tür.
Die eigentliche Reise beginnt erst danach.
Ich glaube sogar, dass genau darin der größte Unterschied zwischen erfolgreicher und erfolgloser Lead-Generierung liegt. Nicht das einzelne Freebie entscheidet über den Erfolg. Sondern das System, das dahinter arbeitet.
Lead-Generierung braucht ein System
Wenn ich in den letzten fünfzehn Jahren eines gelernt habe, dann dies: Die wenigsten Solopreneure scheitern daran, dass sie zu wenig wissen. Sie scheitern daran, dass ihre einzelnen Marketingmaßnahmen nicht zusammenpassen. Da gibt es einen Blog, einen Newsletter, Social Media, vielleicht ein Freebie, hier und da ein Webinar und irgendwo noch einen Online-Kurs. Alles funktioniert für sich genommen ganz ordentlich. Aber es fehlt der rote Faden, der daraus ein funktionierendes Verkaufssystem macht.
Genau deshalb arbeite ich im 1:1-Mentoring nicht einfach an einzelnen Baustellen.
Wir entwickeln gemeinsam ein Gesamtsystem. Wir schauen uns an, wie Deine Reichweitenstrategie aufgebaut ist, welche Inhalte Du veröffentlichst, wie Deine Lead-Generierung funktioniert und welche Customer Journey sich daraus ergibt. Wir überlegen, welche Freebies zu Deinem Business passen, welche E-Mails wirklich sinnvoll sind und wie sich Deine verschiedenen Marketingkanäle intelligent miteinander verbinden lassen.
Dabei geht es nie darum, möglichst viele neue Ideen zu produzieren. Im Gegenteil. Oft sortieren wir zunächst aus. Wir schaffen Klarheit, entwickeln einen roten Faden und bauen daraus ein Business auf, das sich leicht anfühlt und langfristig funktioniert.
Denn genau das ist mein Ziel:
Nicht, dass Du jeden Tag mehr arbeitest.
Sondern dass Deine Maßnahmen anfangen, miteinander zu arbeiten.
Keine Gruppenlösung, sondern echte Zusammenarbeit
Das Mentoring ist deshalb ganz bewusst keine Gruppenbegleitung. Ich arbeite ausschließlich mit Dir und Deinem Business. Wir starten mit einer ausführlichen Strategierunde, in der wir analysieren, wo Du aktuell stehst, welche Stellschrauben den größten Hebel haben und welche Schritte Dich am schnellsten zu Deinem Ziel bringen. Anschließend begleite ich Dich über mehrere Wochen intensiv bei der Umsetzung.
Neben unseren gemeinsamen Calls kannst Du mir jederzeit Fragen stellen, Feedback einholen oder Ideen mit mir besprechen. Und offen gesagt passiert es genauso häufig, dass ich mich zwischendurch bei meinen Mentees melde, weil mir plötzlich eine Idee kommt oder ich eine neue Möglichkeit sehe, wie wir das Business noch besser strukturieren können. Genau das macht für mich Mentoring aus. Ich denke mich in das Business meiner Kunden hinein und entwickle gemeinsam mit ihnen Lösungen, die wirklich zu ihrer Persönlichkeit, ihrem Angebot und ihren Zielen passen.
Aus vielen Einzelteilen entsteht ein funktionierendes Business
Eine meiner Kundinnen hat unsere Zusammenarbeit einmal wunderschön beschrieben:
„Aus vielen einzelnen Ideen entsteht nach und nach ein stimmiges Gesamtsystem. Alles greift immer mehr ineinander und fühlt sich nachhaltig an, weil es wirklich zu mir passt.“
Ich finde, genau dieser Satz beschreibt meine Arbeit besser als jede Marketingformulierung. Denn darum geht es am Ende.
- Nicht um ein besseres Freebie.
- Nicht um einen besseren Newsletter.
- Nicht um mehr Reichweite.
Sondern darum, dass alle Bausteine Deines Business ineinandergreifen und einander verstärken. Erst dann entsteht ein System, das regelmäßig Leads gewinnt, Vertrauen aufbaut und Kunden hervorbringt. Wenn das richtig für Dich klingt, schau gern auf meiner Mentoring-Seite vorbei und überzeuge Dich von den Ergebnissen meiner Kunden.
In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß bei der Umsetzung.
Deine Webverbesserin,
Deine Mira
