In Folge 254 meines Podcasts spreche ich über Low-Pricing-Strategien – also Produkte im Niedrigpreissegment. Wir schließen damit unsere Preisserie ab, die sich mit Preiskalkulation, Preiserhöhungen, Preissenkungen und Hochpreisstrategien beschäftigt hat. Jetzt geht es um kleine Preise mit großer Wirkung – und auch um die Schattenseiten davon.
Die bisherigen Folgen:
- Wie kalkulierst Du Preise als Selbstständige richtig?
- Wann ist es sinnvoll, Preise zu erhöhen?
- Wann solltest Du Deine Preise senken?
- Alles über Hochpreisstrategien
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet eigentlich Low Pricing?
Low Pricing steht für Produkte mit niedrigen Preisen. Aber was ist eigentlich „niedrig“? Im B2C-Bereich spricht man meist von unter 50 EUR, im B2B-Bereich von unter 100 bis 150 EUR. Es geht aber nicht um „billig“, sondern um strategisch günstige Angebote, die dem Kunden den Einstieg erleichtern. No-Brainer eben. Typische Formate sind:
- Selbstlernkurse
- E-Books
- Mini-Workshops
- Challenges
- Memberships bzw. Clubmodelle
Sie stehen meist am unteren Ende Deiner Produkttreppe – dort, wo das Vertrauen des Kunden noch klein ist, aber der Bedarf schon klar spürbar.
Warum Low-Pricing-Angebote sinnvoll sein können
Niedrige Preise senken die Einstiegshürde. Viele Kunden entscheiden aus dem Impuls heraus – und das kann für Dich heißen: mehr Leads, mehr Käufer, mehr Sichtbarkeit. Wenn Du es clever anstellst, generierst Du mit einem 9 EUR-Produkt nicht nur Umsatz, sondern auch qualifizierte Kontakte für spätere Angebote.
Gerade in automatisierten Funnels funktionieren günstige Produkte oft hervorragend als „Türöffner“. Und: Ein wirklich guter erster Eindruck zahlt sich oft durch Empfehlungen und Folgekäufe aus. Richtig gemacht, können Low-Pricing-Strategien auch Skalierung ermöglichen – vor allem, wenn sie automatisiert verkauft werden. Aber: Automatisierung ist kein Selbstläufer. Auch günstige Angebote und deren Verkaufsprozesse müssen regelmäßig geprüft und angepasst werden.
Die Schattenseiten von Low-Pricing
Nicht alles ist Gold, was günstig glänzt. Du benötigst eine sehr große Reichweite, wenn Du Deine gesamte Produkttreppe auf niedrige Preise aufbauen willst – sonst wird es wirtschaftlich eng. Viele große Player, die mit günstigen Angeboten sichtbar sind, verdienen ihr Geld auf höheren Stufen.
Ein weiterer Punkt ist das geringe Commitment. Je günstiger das Produkt, desto eher springen Kunden ab, konsumieren nicht oder geben schneller auf. „War ja nur ein Zehner“ – dieser Gedanke ist bei Low-Ticket-Angeboten schnell da. Und genau da wird’s kritisch.
Viele machen auch den Fehler, ihre besten Inhalte in günstige Produkte zu packen – zu viel für zu wenig. Das führt zu Überforderung beim Kunden, Abbrüchen – und zu Frust bei Dir. Du hast zu viel gegeben und zu wenig bekommen. Das kratzt am Selbstwert und senkt langfristig Deine Preishürde.
Wie wirkt sich Low Pricing auf Deine Marke aus?
Im besten Fall wirkst Du zugänglich, fair, praxisnah – der ideale erste Kontakt mit Dir. Aber es gibt auch Risiken: Wenn das Design, die Sprache oder die Preisgestaltung nach „Billig“ aussehen, schadest Du Deiner Markenwahrnehmung. Achte also auf stimmiges Design, eine klare Sprache mit echtem Nutzen und vermeide Discounter-Flair durch schrille Streichpreise oder Dauerangebote.
Wer kauft Low-Pricing-Produkte?
Neugierige, die „mal reinschnuppern“ wollen. Menschen mit geringerer Kaufkraft wie Eltern, Studierende oder Berufseinsteiger. Oder DIY-Fans: kreative, eigenständige Zielgruppen, die sich gern selbst helfen. Low-Pricing kann auch gezielt als Unterstützung für Menschen dienen, denen Du sonst schwer helfen könntest – wichtig ist, dass Du das bewusst entscheidest.
Wann passt Low Pricing – und wann nicht?
Es passt, wenn Du skalieren willst oder viele Kontakte hast. Wenn Du automatisieren kannst und eine klare Produkttreppe mit logischem Aufbau hast. Es passt jedoch nicht, wenn Du individuelle Beratung anbietest, keine automatisierten Prozesse hast oder in einer „Ich darf nicht zu teuer sein“-Falle hängst. Auch, wenn Deine Zielgruppe eigentlich hohe Qualität und Preise gewohnt ist, kann Low Pricing eher schaden als helfen.
Was ist unseriös im Low-Pricing-Bereich?
Dauerhafte Flash-Sales, Fake-Verknappung, Fantasie-Streichpreise wie „statt 999 EUR jetzt 9 EUR“, inhaltsleere Produkte oder überfordernde Inhalte ohne Struktur – all das untergräbt Vertrauen. Niedrige Preise brauchen Substanz – und ein ehrliches Verkaufsversprechen. Lieber ein starkes Mini-Produkt als ein aufgeblasenes Paket, das niemand durchhält.
Was rechtfertigt kleine Preise?
Ein klarer Quick Win für den Kunden. Ein transparenter Einstieg in Deine Produktwelt. Ein bewusst gewählter Bestandteil Deiner Produkttreppe. Low Pricing ist kein Restetisch. Es ist eine kluge, bewusste Strategie – wenn Du sie richtig planst. Du brauchst dafür eine klare Vorstellung davon, was Dein Kunde wann braucht – und welches Produkt auf welches folgt.
Genau das ist es, worauf ich mit meinen 1:1-Kunden im Mentoring schaue: Struktur in die Produktwelt bringen, sinnvolle Einstiege schaffen, realistische Automatismen entwickeln. Wenn Du Hilfe brauchst, Deinen Funnel zu überarbeiten oder Low-Pricing clever zu nutzen, schau mal hier:
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Ich helfe Dir gern dabei, Deine Strategie zu schärfen – und Deine Angebote so zu gestalten, dass sie wirklich zu Dir, Deiner Zielgruppe und Deinem Business passen.
Deine Webverbesserin,
Deine Mira